Gericht: Widerstand Ost-West auf dem Rossmarkt

Jetzt ist es entschieden: Der WOW soll übermorgen auf dem Frankfurter Rossmarkt aufmarschieren. (update: Inzwischen hat die Stadt Widerspruch eingelegt. Das Ergebnis ist offen.) Orte und Zeiten von Gegenaktivitäten demnächst hier und spätestens am Freitag, 19:00, Haus Gallus, Frankenallee.

Lasst uns gemeinsam und entschlossen Ester Seitz und ihre Nazihools, Michael Stürzenberger, Silvio Rösler, Michael Mannheimer usw. ein für alle Mal zum Teufel jagen!

UPDATE: Die Stadt hat Berufung eingelegt

„Heidi Hooligan!“ – ein großer, grüner Kranz und die längste Selbstblockadesitzdemo der Welt


Antifaschistische Blockade am Paulsplatz, 17.6.2015

Heute wollten die Freien Bürger für Deutschland, die aus Gründen un-gegendert so heißen wollen, wieder auf dem Frankfurter Römerberg ihre Meinung kundtun. Und zwar gedenken: der „Opfer des Rotfaschismus“ – es war ja schließlich 17. Juni. Heraus kam die lustigste der insgesamt, wenn wir richtig mitgezählt haben, 14. Kundgebungsversuche von vier verschiedenen PEGIDA-Grüppchen Frankfurts seit dem 5. Januar.

Ein großer grüner Kranz lehnte von vornherein drohend am Kundgebungswagen der Firma SIXT, mit dem Munds Truppe den wie immer eingepferchten Bereich des Römers befuhr. Handgezählte 20 DemonstrantInnen inkl. Familie Mund sammelten sich darum, denen etwa 350 GegendemonstrantInnen gegenüberstanden. Doch nein, es waren nur 18 „Freie Bürger“, denn zwei entpuppten sich urplötzlich als Antifas, die die Gedenkveranstaltung, an der sie als Freie Bürger verkleidet teilnahmen, urplötzlich mit einem antifaschistischen Banner störten: „Nur der kann sich als Mensch bezeichnen, der den Nazi bekämpft!„, stand darauf – riesiger Applaus! [update: Der Satz auf dem Transparent lautet: „Denn nur derjenige ist Mensch, der den Nazi bekämpft“ und stammt aus dem Lied „Der Pestdoktor“ des HipHop-Sängers ORB). Dass ein PEGIDA-Demonstrant mit Israelfahne zwei AntifaschistInnen an einer Aktion hindern will, sowas sieht man auch nicht jeden Tag: Video.
Als am Ende der Veranstaltung klar wurde, daß nun der große grüne Kranz „mit der belgischen Fahne und etwas drauf, was wir nicht lesen können„, wie ein Kommentator treffend bemerkte, an der Paulskirche niedergelegt werden sollte, war schnell klar: das muß verhindert werden. Blockaden am Nord- und Südeingang des Römer sowie dem Paulsplatz waren sehr schnell aufgebaut und hielten über Stunden stand. Denn nun begann eine Hängepartie, in deren Mittelpunkt eine immer hysterischer agierende Heidi Mund stand: erst versuchte sie, mit Kranz und Gewalt eine Polizeikette zu durchbrechen, die sie von der antifaschistischen Blockade trennte. Diese befeuerte ihren Versuch von „friedlicher und gewaltfreier“ Demokultur mit dem Sprechchor „Heidi Hooligan!„. Dann liefen Heidis Zeug_innen längere Zeit in ihrem Pferch im Kreis herum. Schließlich saß sie fast eine Stunde mit ihren immer weniger werdenden Rest-Getreuen auf dem Boden des Paulsplatzes, heulend, trotzig und wütend sowie immer weniger fähig, rational zu agieren. Das alles vor hunderten begeisterten antifaschistischen Aktiven, die inzwischen dazu übergingen, Äppler, Rindswurst, Pizza und Eis zu bestellen. Man hätte Eintrittskarten für dieses Spektakel verkaufen können.
Zum Schluß, als selbst Heidi Mund einsehen mußte, daß sie wegen der antifaschistischen Blockaden ringsherum ihren Gedenkkranz nicht vor der Paulskirche würde abwerfen können, wateten zwei Freie Bürger durch den Gerechtigkeitsbrunnen und spießten den Gedenk-Kranz, einem Schaschlik gleich, auf das Schwert der Frankfurter Justitia, die wohl kaum wußte, wie ihr geschah. Unfassbare Szenen.

Hierauf kamen die Antifas der Blockaden auf dem Paulsplatz in einer lauten und schnellen Kurzdemo auf den Römerberg zurück und forderten mit Erfolg die Polizei auf, den Star des Abends, eben jenen großen, grünen Kranz, vom Brunnen zu holen, was der Polizei mit Müh‘ und Not und vielen Versuchen, bei denen unter anderem eine polizeiliche Leiter ins Wasser des Gerechtigkeitsbrunnens platschte, dann schließlich auch ohne Amtshilfe des THW doch gelang, begleitet von Sprechchören wie „Hu-, Hu-, Hubschraubereinsatz!„: Video dieser polizeilichen Haupt- und Staatsaktion.

Heidi Mund und Ehemann wurden derweil polizeilich wegkutschiert – die Maximalstrafe für sie könnte zB. darin bestehen, daß ihnen zu Hause der aus dem Wasser gefischte große, grüne Kranz polizeilich zurückgegeben wird. Nach ihrem tätlichen Angriff auf die Polizei könnte Mund durchaus Probleme als Anmelderin künftiger „Spaziergänge“ der Freien Bürger bekommen. Im Übrigen dürfte nach dem heutigen Abend PEGIDA in Frankfurt für lange Zeit vollends der Lächerlichkeit preisgegeben sein.

Bei alledem sollte festgehalten werden: es ist Mund nicht einmal im Ansatz gelungen, ihr erklärtes Ziel zu erreichen, unsere Reihen durch eine Diskusssion über den 17. Juni 1953 zu spalten und zu verwirren. Bemerkenswert.

Für den Widerstand Ost-West wird alles das nicht so leicht gelten.
Der 20. Juni wird anders verlaufen. Wir arbeiten daran, daß er für uns noch besser wird.

20. Juni: wer, wann, was, wo?

Auf dieser Seite werden bis zum 20. Juni alle am häufigsten gestellte Fragen rund um die antifaschistischen Aktionen gegen den „Widerstand Ost-West“ (WOW) knapp beantwortet. Schaut immer wieder nach und bleibt informiert!

Wann und wo findet was statt?
Der Ort der WOW-Kundgebung ist noch nicht bekannt. Angemeldet ist der Rossmarkt (Innenstadt), 13:00 Uhr.
Das Frankfurter Ordnungsamt hat eine Verlegung an den öslichen Stadtrand, Ortsteil Fechenheim, Mainkurkreisel, angeordnet. Dagegen klagt der WOW. Eine mögliche Entscheidung durch mehrer Instanzen kann sich bis Freitag Nachmittag hinziehen.

Wo und wann gehen unsere Gegenaktivitäten los?
Das hängt natürlich von Ort und Zeitpunkt der WOW-Veranstaltung ab. Wir bereiten uns auf Rossmarkt und Mainkurkreisel parallel vor. Letzte Infos zu Treffpunkten und -zeiten für Bezugsgruppen gibt es spätestens am Freitag, 19:00 Uhr, Saalbau Gallus, Frankenallee. Den ganzen 20. Juni hindurch gibt es ein Infotelefon (0157 58712649) und aktuelle Infos über Twitter: @ank_ffm. Am Freitagabend können Gruppen oder Einzelne auch noch mit Infos zur Frage versorgt werden, wo sie sich einbringen möchten. Dafür ist Zeit eingeplant.

Sicherheit
Seid auf jeden Fall den ganzen Tag in Gruppen unterwegs.
Meldet verdächtige Beobachtungen zur Gegenseite bei einem Lautsprecherwagen oder dem Infotelefon.
Bei Festnahmen informiert umgehend den Ermittlungsausschuß (0160 – 95 65 74 26). Dort bitte keine Infofragen oder Beobachtungen melden! Es werden ferner Demosanitäter da sein.
Haltet euch an die bekannten Demo-Basics (http://ea-frankfurt.org/verhaltentipps-bei-demonstrationen),
schützt euch vor BFE-Einheiten (http://ea-frankfurt.org/infoflyer-zu-bfe-einheiten-und-zivilen-tatbeobachtern)
und notiert euch die EA-Nummer, am besten auf den Arm. (s.o.)

Versorgung
Bitte bringt Euch ausreichend Wasser und Essen mit, vergesst Eure Medikamente nicht, falls Ihr regelmäßig welche braucht.

Pennplätze
Wer keinen Platz zum Übernachten gefunden hat: meldet Euch bei der Vorabendveranstaltung  am Infotisch oder am Tag der Demo bei einem der Lautsprecherwagen.

20. Juni: neuer Redner des WOW – Silvio Rösler, der Nazi-Hool aus Leipzig und dem Umfeld des NSU

Der „Widerstand Ost-West“ hat einen neuen Redner für seine Veranstaltung am kommenden Samstag in Frankfurt benannt: Silvio Rösler, frisch aus dem „Sachsensumpf“. Der Fußballfanatiker, Türsteher und Rotlichtmileuaktivist  aus Leipzig gehört zu den Netzwerkern hinter LEGIDA, der PEGIDA-Version in Leipzig, die selbst Lutz Bachmann zu rechts war. Spuren seines Wirkens führen in die Kreise um den NSU. Selbst die antifaschistischer Sympathien unverdächtige WELT schreibt in einem Artikel über die Macher hinter LEGIDA über Rösler fogendes:

Silvio Rösler, 51, ist der Netzwerker der Bewegung und in der Szene bestens bekannt. Er gehörte lange zum harten Kern der SG Leipzig-Leutzsch, einem Fußballverein mit auffällig vielen Fans aus der rechten Szene. In diesem Umfeld ist auch Thomas Gerlach sozialisiert worden, ein Rechtsextremist, der sich im Umfeld der Terrorzelle NSU bewegt hatte und deshalb in München im Prozess gegen Beate Zschäpe als Zeuge aussagen musste.

Im Internet kursierende Fotos legen die Vermutung nahe, dass Gerlach und Rösler eng befreundet sind. Doch die Legida-Führungskraft, die auch die Demonstrationen seiner Initiative beim Leipziger Ordnungsamt angemeldet hat und zum rund achtköpfigen Orga-Team gehören soll, bestreitet private Verbindungen zu Gerlach. „Er ist genau wie ich ein Fan, wir haben zusammen auf der Norddamm gestanden“, sagte Rösler jetzt der „Leipziger Volkszeitung“.

In den 90er-Jahren war Rösler allerdings auch noch in einem ganz anderen Milieu unterwegs. Als Mitinhaber der Castingagentur „Innovation East“ wollte er schönen Frauen den Weg ins Showgeschäft ebenen. Sein Geschäftsmodell sei absolut seriös, beteuerte er seinerzeit in einem Interview: „Wenn wir von vorneherein wissen, dass wir die Leute nicht vermitteln können, sind wir ganz ehrlich und sagen das. … Für sogenannte Karteileichen einfach nur eine Verwaltungsgebühr abkassieren, wie das die schwarzen Schafe der Branche machen, wollen und können wir nicht. Dafür ist uns unser guter Ruf zu schade.“

Angesichts solcher Aussagen ist es bemerkenswert, dass Rösler im April 2002 wegen eines mutmaßlichen Rotlichtdelikts ins Visier der Fahnder geriet. Der Vorgang ist in Dokumenten überliefert, die der „Welt“ zur sogenannten „Sachsensumpf“-Korruptionsaffäre vorliegen. Diesen Papieren zufolge ermittelte das für Bandenkriminalität zuständige Leipziger Polizeikommissariat 24 gegen Rösler wegen des Verdachts der Schleusung und des Menschenhandels.

Wie das Verfahren mit dem Aktenzeichen 103 Js 367 96/02 ausging, war nicht zu erfahren. Heute jedenfalls wendet sich der Legida-Mann gegen die unkontrollierte Einwanderung von Ausländern – während ihm damals vorgeworfen wurde, „gewerbsmäßig Frauen aus der Dominikanischen Republik nach Deutschland einzuschleusen, um diese der Prostitution zuzuführen“. Die Staatsanwaltschaft Leipzig will sich dazu nicht äußern, teilte der „Welt“ aber mit: „Das Bundeszentralregister weist für den Betroffenen aktuell keine Eintragungen auf. …

Nach seinem Ausflug ins Model-Business verkaufte Rösler, dem exzellente Kontakte zur Leipziger Türsteherszene nachgesagt werden, laut einer Auskunftei zunächst Versicherungen und Immobilien. Doch auch damit scheiterte er mehr oder minder. „Von Krediten wird abgeraten, eine Geschäftsverbindung gilt als riskant“, warnt eine Auskunftei. Mit dieser Einstufung ist Rösler als selbstständiger Gewerbetreibender verbrannt. Da trifft es sich gut, dass ihn seine Ehefrau, eine 20 Jahre jüngere Ukrainerin, als Berater in ihrer Energiezentrale Sachsen UG beschäftigt.

An dieser Firma, die gewerblichen und privaten Verbrauchern helfen will, Energie zu sparen, ist allerdings ebenfalls einiges dubios. Auf der Internetseite sucht man vergeblich nach konkreten Produkten und konkreten Preisen. Der Firmensitz, der auch im Handelsregister eingetragen ist, liegt mitten im Leipziger Auenwald auf dem Areal eines Sportvereins. Dort berichtet ein Mitarbeiter, der Verein habe der Energiezentrale den Raum zum 31. Dezember gekündigt. Röslers Gattin, die als geschäftsführende Gesellschafterin, will er dort nie gesehen haben.

Merkwürdig ist zudem, dass die Ukrainerin und ihr Ehemann auch nicht unter der Adresse anzutreffen sind, die sie gegenüber den Leipziger Behörden als Wohnanschrift angegeben haben. Weder auf einer Klingel noch an einem Briefkasten ist der Name des Paars verzeichnet. Dafür lebt in dem Mehrfamilienhaus ein stadtbekannter Rechtsextremist, der im Internet als „Dottore Frank“ von sich reden macht und als NPD-Mitglied in Erscheinung getreten ist.“

Demoverbote: nicht unser Ding.

In einem aktuellen Kommentar der FNP äussert Christian Scheh die Vermutung, die ANK hätte ein Verbot der WOW-Kundgebung gern gesehen. Ähnlich hatte sich zuvor bereits ein Journalist der FR geäussert, als es um unseren Auftritt im Sicherheitsausschuss der Stadtverordnetenversammlung ging. Das gibt uns die willkommene Gelegenheit, unsere Position dazu klarzustellen. 

Wir verstehen die Verankerung und Durchsetzung grundlegender antifaschistischer Positionen und Standards als  unsere gesellschaftliche Aufgabe. Sie kann umgekehrt nicht die Aufgabe des hiesigen Staats und seiner Sicherheitsapparate sein. Allerspätestens seit dem NSU – Verfassungssschutz – Komplex würden irgendwelche Apelle antifaschistischen Inhalts an die Adresse dieses Staats heissen, den Bock zum Gärtner zu machen. 

Wir vergessen gleichwohl nicht, welche Demonstrationen, Veranstaltungen und Kundgebungen Herr Markus Frank (CDU) unter Auflagen zulässt – die des extrem rechten WOW – und zu welchen Maßnahmen er 2012 und 2013 gegen Blockupy griff: mehrträgige flächendeckende Kundgebungs-, Veranstaltungs- und Demonstrationsverbote, hunderte von Aufenthaltsverboten und Platzverweisen, an irgendwelchen Raststätten stundenlang gestoppte Busse aus der gesamten BRD, einen fast zehnstündigen Kessel gegen eine Demo, die gerade einmal wenige hundert Meter weit ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrgenommen hatte usw. Es ist bezeichnend für die politischen Vorstellungen des schwarzgrünen Magistrats und seines SPD-Bürgermeisters, dass an solche Maßnahmen gegen Nazis und Rassisten zu keiner Zeit gedacht wird. Das ist der parteiübergreifende Frankfurter Stil im Umgang ausschliesslich mit mißliebigen linken Demonstrationen. 

Auch weil wir die hierin zum Ausdruck kommende und seit Jahrzehnten immer gleiche politische Selbstpositionierung Frankfurter Behörden in ungebrochener Kontinuität sattsam kennen, würden wir nie auf die Idee kommen, von einem Frankfurter Magistrat ähnlich Maßnahmen gegen Nazis zu erwarten, wie er sie gegen Antifaschist_innen, Antikapitalist_innen und Kapitalismuskritiker_innen nachweislich bereits ergriffen hat. Sich an diese Herrschaften zu wenden hieße nur, Illusionen über ihre politische Haltung zu säen. Das ist nicht unser Ding.

20. Juni: Fechenheim

Wie gestern bekannt wurde, schlägt der Dezernent für Sicherheit, Stadtrat Markus Frank (CDU) vor, die Demo des „Widerstand Ost-West“ (WOW) am 20. Juni am Mainkurkreisel in Fechenheim zu veranstalten. Ob die Gerichte dem WOW Recht geben, der gegen  diese Verfügung klagen will, wird man sehen. 

Noch ist nichts entschieden. Wir bereiten uns auf alle Eventualitäten vor. Wenn es bei der Verfügung des Magistrats bleibt, ist es eben so. Fechenheim haben wir in bester Erinnerung aus den Jahren 2002 und 2003. Na dann wollen wir mal!

Ester Seitz und WOW: Gezerre mit Stadt und Gerichten wegen des Versammlungsorts am 20. Juni

Wie schon seit längerem vermutet hat das gestrige Kooperationsgespräch von Seitz und ihren Begleitern in Frankfurt weder der Versammlungsbehörde noch WOW dass gewünschte Ergebnis gebracht. Seitz bekommt den Rossmarkt als Versammlungsort wenig überraschenderweise nicht. Umgekehrt konnten Polizei und Behörden Seitz anscheinend nicht davon überzeugen, sich an den Stadtrand abschieben zu lassen. In einem jammernden Bericht dazu kündigt Seitz nun auf ihrer Facebookseite an, die Gerichte bemühen zu wollen. Im Übrigen sei ihre Demo ja völlig gewaltfrei und friedlich, also so, wie es die Polizei ja wolle.

Wer die zig youtube-Videos über Sprüche und Auftreten ihrer besonderen Spezis von den Berserkern Pforzheim im Internet bewundert, hat umgehend eine Vorstellung davon, was Seitz unter gewaltfrei versteht. Dazu kommen noch Leute, die „Die Jew“ – Tatoos tragen, Nazis aus dem Umfeld des NSU, Redner, die den Koran beleidigen, den Islam verbieten wollen, rassistischen Unfug über das baldige Ausstreben des deutschen Volkes herumposaunen, in keiner Rede das Wort „Bürgerkrieg“ auslassen können und sogar schon ausdrücklich für ihn geworben haben, organisierte Nazis aus NPD, Der III. Weg, Die Rechte, AfD, REPs, Hooligans des Zusammenschlusses „Gemeinsam.Stark.Deutschland“ usw.
Wie diese Gewaltvollpfosten so denken und reden, dokumentieren sie dankenswerterweise selber in einer massiven Gewaltdrohung, die die Linksjugend ’solid heute polizeilich zur Anzeige gebracht hat..

Das alles versteht Seitz ebenso unter „gewaltfrei“ wie die Forderungen ihres „Positionspapers“, von denen man sich zum Beispiel die nach Zensur des Korans  ja nur in Form eines Gedankenexperiments vorstellen braucht, was geschehen würde, Seitz und Consorten hätten die Möglichkeit, ihren lauten Worten Taten folgen zu lassen. Immerhin positioniert sich Seitz selber inzwischen selber als „Rechtskonservative“ – womit das Gefasel, sie sei weder rechts noch links sich als die sinnlose Behauptung erwiesen hat, die sie von vornherein war.

Mit den Bündnispartnern, die Ester Seitz begleiten und mit den Positionen, die „Widerstand Ost-West“ ganz offen vor sich herträgt, kann objektiv keiner ihrer Auftritte tatsächlich „gewaltfrei“ sein.

Wir finden: auf dem Rossmarkt haben Mund, Seitz, Stürzenberger und so weiter jetzt weit mehr als oft genug ihren Hass verbreitet. Dort und sonst überall auch sonst haben sie nichts verloren. Darum bereiten wir uns weiter konzentriert auf alle Eventualitäten vor. So viele Möglichkeiten gibt’s ja nicht, und wir kennen sie schon von vergleichbaren Gelegenheiten :-))

Termine bis zum 20. Juni

Die kommenden anderthalb Wochen bringen den Antifaschistinnen einige Möglichkeiten, sich inhaltlich und organisatorisch für die Auseinandersetzung mit dem „Widerstand Ost-West“ gut in Form zu bringen:

Freitag, 12.6., ab 21:00 Uhr, Antifaschistischer Mobi-Rave in der Innenstadt ab Hauptwache Frankfurt

Samstag, 13.6., 15:00 Uhr, Hauptbahnhof: Demo für ein soziales Zentrum von Flüchtlingen in Frankfurt, Project.Shelter

Sonntag, 11:00 Uhr, Hof des DGB-Hauses, Frankfurt: Aktions- und Blockadetraining für den 20. Juni. Dies ist NOCH keine Inforveranstaltung über Orte, Zeiten und Pläne. Hier geht es um die Rechtslage, die Bildung von Bezugsgruppen, das Üben von Aktionen usw.

Mittwoch, 17.6., 18:30, Hauptwache (Achtung: die FBfD schreiben an einer Stelle auch“Römerberg“): Heidi Munds Gruppe versammelt sich zu einer antikommunistischen Propagandaveranstaltung („für die Opfer des Rotfaschismus“) – dagegen haben wir etwas und sind ab 18:00 vor Ort.

Freitag, 19.6, 19:00 Uhr, Haus Gallus, Grosser Saal: Infoveranstaltung der ANK am Vorabend der von uns zu verhindernden Demo des „Widerstand Ost-West“ am folgenden Tag. Wir laden dazu gerade auch Gäste aus anderen antifaschistischen Zusammenhängen, den islamischen Gemeinden Frankfurts und des R Römerbergbündnis ein. An diesem Abend gibt es für alle Demokrat_innen und Antifaschist_innen einen Überblick über die am kommenden Tag zu erwartenden Ereignisse.

Video zum 20. Juni 2015 in Frankfurt: alle auf die Straße gegen Nazis und Rassisten!

Wer ist der „Widerstand Ost-West“?
Das sind unter anderem Fans des Hitlergrußes, „Volkstod“-Spinner und Leute, die demnächst damit drohen könnten, öffentlich den Koran zu verbrennen.

Hitlergruß-Freunde
Da sind zum Beispiel die „Berserker Pforzheim“, die gerne auch mal mit dem Hitlergruß auf sich aufmerksam machen.
Das ist Ester Seitz, die aufs herzlichste mit ihnen befreundet ist, und die uns gleichzeitig als „Linksfaschisten“ tituliert.

„Volkstod“-Spinner
Da ist Karl-Michael Merkle alias Mannheimer, der so tut, als stürbe das „deutsche Volk“ demnächst aus – glasklare rassistische Nazi-Sprache vom „Volkstod„, auch wenn er diesen Begriff nicht benutzt. Die an diesem fantasierten „Verbrechen“ Schuldigen sähe er gerne in lebenslanger Haft, darunter ausdrücklich „Gewerkschaftler“. Wie er auf diesen Schwachsinn kommt, wollen wir gar nicht so genau verstehen müssen.

Demnächst etwa: Koran-Verbrenner?
Da ist Michael Stürzenberger, der vor Nazi-Hooligans in Hannover damit kokettierte, vielleicht demnächst den Koran zu verbrennen. Er bezeichnete ihn dort bereits öffentlich als „Betriebsanleitung für Terror„.

Unglaublich? Hier die Belege.

Die vergangenen Monate haben gezeigt: das ist nicht der private Unfug irgendwelcher Einzeltäter und Spinner. Das ist jahrelang vorbereitet. Die Stichworte kamen und kommen von oben – erinnern wir uns nur an Thilo Sarrazin, SPD, Ex-Bundesbanker. Stürzenberger war zeitweise Sprecher der CSU. Über Blogs wie „Politically Incorrect“ äußert er sich seit Jahren unter dem Pseudonym „Byzanz“ in krassester Weise als Rassist und übelster deutscher Nationalist.

Das ist kein „Widerstand“, das ist der radikalisierte mainstream: was FRONTEX an den Grenzen Europas ist, das setzt PEGIDA, das setzen die Rassisten und Islamhasser um Mannheimer, Seitz, Stürzenberger usw. im Inland fort. Zusätzlich hetzen sie gegen alle, denen das nicht passt: Linke, Antifaschist_innen, Menschen, die für eine solidarische Gesellschaft kämpfen.
Wir wissen: die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern, Staaten, Kulturen oder Religionen. Sie verlaufen zwischen Oben und Unten.
Rassismus kommt von Oben. Faschismus ist eine Herrschaftsform der bürgerlichen Gesellschaft.  Dagegen kämpfen wir.
Kämpft mit uns! Kommt am 20. Juni nach Frankfurt. Gemeinsam, solidarisch und entschlossen verhindern wir den Naziaufmarsch des „Widerstands Ost-West“!
Alle auf die Straße!

Video zum 20. Juni in Frankfurt

Besuch beim Sicherheitsausschuß des Römer

Heute tagt der Sicherheitsausschuß der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung im Römer, dem Rathaus der Stadt. Aktivist_innen der ANK statten dem Gremium einen Besuch ab, informieren die Parlamentarier_innen über die bevorstehende Demo des „Widerstand Ost-West“ und deren rassistische und faschistische Zusammensetzung. Zur Information wird den Damen und Herren ein Informationsplakat überreicht, damit sie im Bilde sind, wer am 20. Juni in Frankfurt die „größte, geilste und überraschendste Demo Deutschlands“ auf dem Rossmarkt abhalten will, wie deren größenwahnsinnige Anmelderin Ester Seitz öffentlich tönt.
Hier das Plakat mit Bildern und Infos zum WOW für alle: Infoplakat Widerstand Ost-West.

Und hier eine Presseerklärung, die ebenfalls in die Sitzung des Sicherheitsausschusses mitgenommen und dort bekanntgegeben wird: PE Römer 8. Juni

[update: Inzwischen hat die ANK ihre Anliegen vorgebracht. Die Vertretung der „Freien Wähler“ rund um den deutschnationalen Stadtverordneten Hübner verteidigten den WOW trotz des von der ANK vorgelegten Materials (s.o.): das seien „keine Nazis„.
Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) räumt ein, daß der Veranstaltungsort der WOW-Demonstration gewechselt werden könnte.
Frau Busch, SPD, fordert, Gegendemonstrant_innen müssten bis zum Kundgebungsort gelangen können.
Kliehm, DIE LINKE, ruft zur Teilnahme an den Gegenaktionen auf.]