Die zwischenzeitlichen Unstimmigkeiten mit dem Ordnungsamt konnten heute vormittag durch ein Gespräch vor Ort beigelegt werden: die Mahnwache und Kundgebung gegen die Banken- und Wirtschaftskrise findet wie geplant am Freitag, 21.11., 14 – 19 Uhr auf dem Opernplatz im Bereich Richtung Hochstraße, zwischen der Filiale der Commerzbank und dem Abgang zur U-Bahn statt. Anlass ist der Abschluß der „European Business Week“ in der Alten Oper, zu der bis 15.30 Uhr von Bundespräsident Köhler (Deutschland AG), Roland Koch (kommissarischer Vorstandsvorsitzender des Bildungslands Nr.1), Joseph „Victory“ Ackermann, Norbert Walther (Deutsche Bank), Jean-Claude Trichet (EZB), Alfred Weber (Bundesbank) and many others alles da ist, was in der Welt des Finanzkapitals Rang und Namen hat. Eine für den Abend vorgesehene „Finanzplatz-Gala“ wurde angesichts der Krise und empörter Anfragen beim Event-Organisator, der Maliki-Group, schamhaft und leise wieder abgesagt, nachdem es zuvor von dort naßforsch geheißen hatte, man habe ja selbst nach dem 11.September 2001 in der Alten Oper das Tanzbein geschwungen. Wie zu hören war, betragen die nun fälligen Storno- und Rückabwicklungskosten etwa 700.000 €. Insgesamt ist es mehr als erstaunlich, wie ruhig die Bevölkerung das sich abzeichnende Desaster des globalen Kapitalismus hinzunehmen scheint – vielleicht aber auch deshalb, weil ja klar ist, was passiert, wenn stattdessen Unruhe aufkommen sollte. Am Freitag ist Gelegenheit, sich als die andere Seite des Finanzplatzes Gehör zu verschaffen. Kommt alle!
Autor: HCS
Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage gegen Kevin Schnippkoweit
Foto: Antifa Jena, 2007
Wie heute berichtet wird, erhebt die Staatsanwaltschaft am Kasseler Landgericht nun Anklage wegen versuchten Mordes gegen den Naziaktivisten Kevin Schnippkoweit, der aus dem engsten Umfeld des ehemaligen hessischen NPD-Landesvorsitzenden Marcel Wöll stammt. Eine andere Staatsanwaltschaft hatte zuvor nur auf Körperverletzung klagen wollen (Frankfurter Rundschau, NPD-Blog.info).
Zur Vorgeschichte eines vermeidbaren Mordversuchs und seiner seltsamen Aufklärung:
Frankfurt am Main – FrauenKZ Ravensbrück: Lebensspuren verfolgter Frauen
Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, findet um um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4 eine szenische Lesung statt. In der Lesung werden Frauen vorgestellt, die in Frankfurt gelebt haben oder geboren sind und die aus den verschiedensten Verfolgungshintergründen in das FrauenKZ Ravensbrück deportiert wurden. Weiterlesen „Frankfurt am Main – FrauenKZ Ravensbrück: Lebensspuren verfolgter Frauen“
Antifaschistische Info-Veranstaltung zur aktuellen Situation in Italien
Im DGB-Haus Hanau findet eine Infoveranstaltung zur aktuellen Situation in Italien statt (Ankündigung der Veranstaltungsserie, Hintergrundinfos). Es sprechen italienische AntifaschistInnen. In Frankfurt hatte unter anderem die Anti-Nazi-Koordination bereits im Frühsommer vor dem italienischen Generalkonsulat gegen das Ansteigen rassistischer, besonders antiziganistischer und neofaschistischer Gewalt und regierungsamtlicher Politik protestiert.
Ort und Zeit:
Montag, 24. November, 20:00 Uhr im DGB-Jugendheim in Hanau, Am Freiheitsplatz 6 ( über Hintereingang des Gewerkschaftsgebäudes).
Versuchte Anschläge auf AntifaschistInnen
Die Frankfurter Rundschau vom 14. November berichtet von zwei Anschlagsversuchen auf Mitglieder der Antifaschistischen Bildungs-Initiative, einem Antifa-Bündnis in Mittelhessen. Beide Male waren die Autos Anschlagsziel: gelöste Radmuttern und eine in einem Vorderreifen steckende Schere waren die Tatmittel. Die Polizei ermittelt.
CDU-Funktionär bezeichnet Dietrich Bonhoeffer als „ganz gewöhnlichen Landesverräter“
Der Chef des Wasserkraftverbands Baden-Württemberg, Manfred Lüttke (CDU), hat, wie erst jetzt bekannt wird, bereits im Juni diesen Jahres in einem der Agentur dpa vorliegenden Schreiben den namhaften evangelischen Theologen der Bekennenden Kirche und Antifaschisten Dietrich Bonhoeffer, 1945 kurz vor der Befreiung vom Nazifaschismus im KZ Flossenbürg hingerichtet, als „ganz normalen Landesverräter“ und „deutschfeindlich“ bezeichnet (Quelle). Weiterlesen „CDU-Funktionär bezeichnet Dietrich Bonhoeffer als „ganz gewöhnlichen Landesverräter““
9. November: Schändung des jüdischen Friedhofs in Wetter (Kreis Marburg-Biedenkopf)
Der Jüdische Friedhof in Wetter ist von zwei Männern im Alter von 16 und 19 Jahren geschändet worden – in der Nacht vom 8. auf den 9. November. Der ältere von beiden ist ein schon seit längerem bekannter Nazi, in dessen Wohnung die Polizei insgesamt 12 Waffen sowie Nazi-Propagandmaterial fand. Die geständigen Täter behaupten, sie seien bei der Tat betrunken gewesen und wollen sich auf diese Weise anscheinend als vermindert zurechnungsfähig darstellen: Weiterlesen „9. November: Schändung des jüdischen Friedhofs in Wetter (Kreis Marburg-Biedenkopf)“
Fulda: NPD demonstriert zum 9. November
Etwa 150 NPD-DemonstrantInnen aus Hessen und Thüringen zogen heute, am Vorabend des 70. Jahrestags der antisemitischen Pogrome des Jahres 1938, mit ausdrücklicher Erlaubnis des Verwaltungsgerichtshofs Kassel auch mit Sonnenbrillen und in eigens genehmigter zeitlicher Nähe zu einer Gedenkveranstaltung in der Synagoge, durch Fulda, eng „begleitet“ von Polizei und zahlreichen GegendemonstrantInnen eines antifaschistischen Bündnis, zu dem Gewerkschaften, die Jüdische Gemeinde, die Kirchen, politische Jugendverbände und andere aufgerufen hatten.
Es gab keine Blockaden, aber zahlreiche Protestbekundungen über die gesamte Dauer der NPD-Demonstration. An ihr nahmen als prominentestes Mitglied Thorsten Heise, daneben die üblichen Nazi-Provinzgrößen teil: Matthes, Krebs, Lachmann, Peppel, Jagsch. Auffälligerweise fehlte Sascha Söder, der vor kurzem, von der Polizei vor Ort unbehindert, öffentlich dazu aufgerufen hatte, Daniel-Cohn Bendit „an die Wand zu stellen“ (inzwischen laufen Ermittlungen gegen ihn). In einer Abschlußrede sagte der stellvertredende NPD-Landesvorsitzende Mario Matthes seinen Kameraden schwierige Zeiten in Hessen voraus. Hoffen wir, daß er ausnahmesweise Recht behält – und tun wir was dafür!
Weitere Infos: NPD-Blog.info.
Nächste Sitzung der Anti-Nazi-Koordination: Termin um eine Woche verschoben
Wegen eines Bündnisgespräches verschieben wir unsere Sitzung im November um eine Woche. Sie findet also am Dienstag, 25. November, um 19 Uhr im Türkischen Volkshaus statt.
Gegenposition
Zu einem Diskussionspapier von Mitgliedern der Anti-Nazi-Koordination, mit dem eine künftige Kampagne gegen Islamophobie begründet werden soll, legt Stephan Wirtz, Mitglied des SprecherInnenkreises, eine Gegenposition vor: Weiterlesen „Gegenposition“

