Kapitel Butzbach für Wöll beendet, Abwanderung nach Thüringen?

Marcel Wöll NPD-Nazi und Bewährungsversager Nachdem am 25.06. in der Berufungsverhandlung des Ex-NPD-Landesvorsitzenden die vier Monate Knast ohne Bewährung für Marcel Wöll wegen Leugnung des Holocaust bestätigt wurden, war ein Tag später in FR zu lesen, daß Wölls „Nationales Zentrum“ in Butzbach-Hochweisel geschlossen werden soll. Das als braune Wohngemeinschaft und Schulungszentrum genutzte Hofgebäude steht per Makler zum Verkauf.
Dazu meldet der HR gestern (08.07), das „Kapitel Butzbach ist für Wöll beendet. […] Der Rechtsradikale will mit seiner Familie nach Thüringen ziehen, weil er und seine Partei sich dort offenbar größere Chancen erhoffen.

Damit scheint Wöll einigen seiner Nazi-Kameraden nachfolgen zu wollen, die schon vor etlichen Monaten Butzbach gen Osten verlassen haben, die braune Karawane zieht weiter, zumindest ein kleiner Teil von ihr. Denn nach wie vor befinden sich dann weiterhin auch außerhalb von Butzbach-Hochweisel aktive Nazi-Gruppen in Mittelhessen. „In Wölfersheim, Ehringshausen und Leun erzielte die NPD vor Jahren bei Kommunalwahlen Erfolge – mit einem Stimmenanteil von mehr als 20 Prozent. Inzwischen haben dort die Rechten zwar wieder verloren. Insgesamt aber sind sie in Mittelhessen breiter als jemals zuvor aufgestellt: In nicht weniger als sieben Städten und Gemeinden sowie zwei Landkreisen der Region hat die NPD den Sprung in die Parlamente geschafft.“ (HR)
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Vor einem Jahr: Naziaufmarsch am 7. Juli 2007

7. Juli 2007 Frankfurt a.M (10) - Hauptbahnhof Vor einem Jahr in Frankfurt, der 7. Juli 2007 markiert ein nicht gerade rühmliches Kalenderblatt, weil an diesem Tag nur unter der „Begleitung“ von unglaublich 8.000 PolizistInnen (übrigens der größte Polizeieinsatz in Hessen seit Gründung vor über 50 Jahren), ein Nazi-Aufmarsch in einem mit NATO-Stacheldraht abgegitterten Nazi-Gehege eines Frankfurter Randgebiets durchgeführt werden konnte. Der Nazi-Aufmarsch hätte eigentlich nie stattfinden dürfen. Haufenweise Auflagenverstöße und sogar strafrechtliche Vergehen der Nazis an diesem Tag wurden offenbar geduldet, obwohl z.B. BürgerInnen, JournalistInnen und DemobeobachterInnen den eingesetzten PolizistInnen vor Ort mehrmals die Nazi-Vergehen gemeldet hatten, ohne Konsequenzen!

Und nicht etwa Nazis stehen und standen wegen Volksverhetzung, Nazi-Verherrlichung und Steinewerfens vor Gericht. Dafür aber AntifaschistInnen, die lediglich legitim versucht haben, sich den Nazis in den Weg zu stellen und damit zeigen wollten, daß für Faschisten, Rassisten und deren Haß und Gewalt in Frankfurt und anderswo kein Platz ist. Bisher wurden zwar die angeklagten AntifaschistInnen vor Gericht freigesprochen, doch noch immer stehen Anklagen im Raum, der nächste Prozeß findet am 14. August, 11.20 Uhr im Amtsgericht Frankfurt, Raum 27, Gebäude E statt. Alle Unterstützerinnen werden gebeten, sich eine Stunde vorher an der Konstablerwache (vor C&A) zu treffen. Spenden für die Anwaltskosten sind dringend erbeten: Solikonto C. Brandt, Naspa (BLZ 51050015), Kto.: 0146068556.

Mit Mail und Chat gegen Rechtsextremismus

Eine neue und einfach zugängliche Beratungsplattform im Internet ermöglicht via Mail und Chat erste Hilfestellung und Beratung beim Thema Rechtsextremismus („anonym, vertraulich und kostenfrei“ wie es in einer Info heißt). Beispiele aus dem „Beratungs-Alltag“: Wir werden immer als „Scheiß Kanaken“ beschimpft“, Ein Kinderfest der NPD“, Angst vor den ‚Kameraden'“ … Die neue Internet-Plattform mit dem etwas sperrig geratenen Domain-Namen www.online-beratung-gegen-rechtsextremismus.de richtet sich u.a. an alle,

  • „die sich aufgrund rechtsextremer Erscheinungen in ihrem persönlichen Lebensumfeld überfordert oder bedroht fühlen“
  • „die sich über die rechtsextreme Szene informieren möchten“
  • „die sich für ein demokratisches Zusammenleben engagieren wollen“

„Das Angebot richtet sich an jede Alters- und Personengruppe. Es können verschiedene Formen der Beratung gewählt werden E-Mail-Beratung, Einzelchat-Beratung, Thematische Gruppenchats. Außerdem werden Kontakte zu regionalen Einrichtungen, Projekten und Netzwerken vermittelt.“ Das Projekt wird getragen von „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“ (mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung).
Dazu ergänzend der Hinweis: Ansonsten einfach an die örtlichen Anti-Nazi- und Antifa-Gruppen wenden und mitmachen.

Trendige Mogelpackung in braun

Aktivisten der „Neuen Rechten“ haben versucht, eine eigene Bekleidungslinie zu etablieren und dabei hemmungslos Logos und Warenzeichen bekannter Marken gekapert, um Fremdenhass und Islamphobie zu transportieren. Der Markenklau war zwar durchaus geschickt, ist dem Versandhandel nun aber zum Verhängnis geworden.
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Interview: „Gefahr, die von dem Milieu ausgeht, wird unterschätzt“

Das rechte „Institut für Staatspolitiktagte nach einigen Mühen unter Polizeischutz am 28.06.2008 in Frankfurt am Main im „Haus der Heimat“, welches von der Arbeitsgemeinschaft der ostdeutschen Verbände getragen wird und die politische Heimat des Bundes der Vertriebenen (BdV) sowie weiterer Vertriebenenverbände ist. In einem Zeitungsinterview mit Gitta Düperthal für die jungeWelt (01.07.2008 ) nimmt einer der SprecherInnen der Anti-Nazi-Koordination, Hans Christoph Stoodt, zur Verquickung dieses Milieus und der „Neuen Rechten“ und der Gefahr, die von dieser Schnittstelle zwischen Konservativen und Nazis ausgeht, in diesem Zusammenhang Stellung:
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„Institut für Staatspolitik“: Tagung unter Polizeischutz – Dank CDU und BdV

Das Seminar des „Instituts für Staatspolitik“ bzw. der „Edition Antaios“ begann heute morgen planmäßig um 10 Uhr mit 81 TeilnehmerInnen. Aufgrund der Kürze unserer Mobilisierungszeit waren nur wenige AntifaschistInnen erschienen, die die Anreisenden offensiv fotografierten. Das Tagungshaus war seit 05:00 von Polizei abgesperrt. Das „Haus der Heimat“ der Frankfurter Kreisorganisation des „Bundes der Vertriebenen“ (BdV) gehört der Saalbau AG, die ihrerseits Teil einer zu 100% kommunalen Holding ist. Hausherr ist BdV-Vorsitzender Thilo Stratemann (CDU), Freund von Wirtschaftsdezernent Boris Rhein (CDU) und angeblich wie dieser wohl ehemaliges Mitglied der „pflichtschlagenden Burschenschaft Arminia“ (zumindest wohl im Verein Deutscher Studenten) . Er stammt ursprünglich aus dem Umfeld der neu-rechten Zeitschrift Criticón und ist ehemaliger Redakteur der „Konservativen Revolution“ verpflichteten „Jungen Freiheit“. Verbunden (möglicherweise über „Vertriebenen“-Zusammenhänge) ist er auch mit dem Chef der Saalbau AG, Dr. Andreas Eichstädt.  Dank dieser Seilschaft aus Saalbau, „Arminen“-Burschis, CDU, BdV und IfS gelang es also, eine Veranstaltung, die der Steigenberger AG und anderen Anbietern von Tagungsorten in Frankfurt eindeutig zu rechts war, nun in mindestens mittelbar kommunalen Räumlichkeiten durchzuführen. Weiterlesen „„Institut für Staatspolitik“: Tagung unter Polizeischutz – Dank CDU und BdV“

Treffen der Hakenkreuzfreaks in Frankfurt: Samstag, 28.6., 10 Uhr, „Haus der Heimat“, Porthstraße 10

Wie erwartet war die „Absage“ des Widerstands-Kollegs, welches das „Institut für Staatspolitik“ bzw. die „Edition Antaios“ für Samstag lanciert hat, der Versuch eines Tricks. Das Treffen findet definitiv statt. Ort: „Haus der Heimat“,  Porthstraße 10, 60435 Frankfurt am Main (Nähe Sozialzentrum Marbachweg, U5). Dieses Gebäude gehört skandalöserweise der Saalbau AG! Dort nahm man unseren ersten Protest zwar telefonisch entgegen, war aber zu keinerlei Diskussion bereit. Offensichtlich scheint man dort mit den Herren Weißmann und Kubitschek zu sympathisieren.
Wie zu hören ist, sollen sich AntifaschistInnen, die ein solches Treffen für unmöglich halten, sich bereits um 09:00 Uhr dort treffen und alle möglichen Foto- und Videokameras mitbringen, damit dokumentiert werden kann, wer zu einem solchen Treffen denn erscheint.
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Institut für Staatspolitik gibt tränenreich auf / … aber das ist wahrscheinlich eine Finte

Auf dem Blog des „Instituts für Staatspolitik“ wird seit heute vormittag jammernd erklärt: wir geben unseren Widerstand auf – zumindest für Frankfurt. Denn da herrschen Zustände „kurz vor totalitär„. In Frankfurt gehe es zu „wie in Polen 1980“ (!).
Damit wäre das „Frankfurter Kolleg“ der Hakenkreuzfans Kubitschek und Weißmann geplatzt? Davon gehen wir eher nicht aus. Vielmehr haben wir sehr gute Gründe, diese Meldung für eine, wie sagt man in diesen Kreisen: „nordische List“ zu halten. Wir werden bald wissen, wie es damit steht. Bleibt wachsam und informiert Euch, was am kommenden Samstag, 10 Uhr, wirklich los sein wird!

Wölls „Nationales Zentrum“ in Butzbach-Hochweisel wird geschlossen

Ein Ergebnis der gestrigen Verurteilung von Wöll ist: sein „Nationales Zentrum“ in Butzbach-Hochweisel wird geschlossen. Dazu ist in der FR zu lesen: Weiterlesen „Wölls „Nationales Zentrum“ in Butzbach-Hochweisel wird geschlossen“