Volker Bouffier mußte sich gestern in nichtöffentlicher Sitzung des Innenausschusses im Landtag zum vielleicht vorläufig letzten Mal als Innenminister kritischen Fragen stellen. Dabei ging es vor allem auch um das Problem: was wußten Polizei und Verfassungsschutz vor der Klappspaten-Attacke Kevin Schnippkoweits über ihn und die „Freien Kräfte Schwalm-Eder“? Warum ließen sie sie so weitgehend unbehelligt? Nach Bericht der FR-Regionalausgabe Nordwest (online nicht verfügbar, Text des Artikels folgt unten) glänzte Bouffier auf die Frage, wieso es nach Auffassung des sogenannten VS angeblich in Nordhessen keine organisierte Naziszene gegeben habe mit der geistreichen Antwort: um als „vernetzte Struktur“ bewertet zu werden, hätten sie uniformiert sowie mit Kasse und Satzung auftreten müssen. Aha! So sieht „Verfassungsschutz“ in Hessen seit Jahren aus. Wir weisen den Herrn Innenminister darauf hin: nach seinen Kriterien gibt es in Hessen in der Tat gar keine Nazistrukturen!
Im Übrigen ist es aber als Erfolg öffentlichen Drucks zu werten, daß gegen Schnippkoweit nun doch wegen Totschlags angeklagt werden soll. FR-Artikel, 29.10.:
Kategorie: Allgemein
Bündnis fordert Absage der „Bankengala“ am 21. November
Für den 21. November 2008 ist eine sogenannte „Bankengala“ in der Frankfurter Alten Oper angekündigt worden. Gegen diese Provokation der Superreichen, die dort sich selbst und die über Leichen gehende Wirtschaftsordnung namens Kapitalismus feiern wollen, wendet sich das „Bündnis gegen Bankenmacht“, das sich angesichts der angedrohten „Bankengala“ als Das etwas andere Festkomittee umbenannt hat. Es fordert die umgehende Absage der Bankengala und kündigt für den Verweigerungsfall Besuch bei der Bankengala an. Das nächste Treffen des Etwas anderen Festkomittees findet am Montag, 3. November, 20 Uhr im Club Voltaire statt. Presseerklärung:
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Ermittlungen gegen Sascha Söder (NPD) wegen Aufrufs zur Selbstjustiz
Der öffentliche Druck auf die Ermittlungsbehörden zeigt anscheinend Wirkung: nun wird gegen Sascha Söder (NPD) wegen dessen blutrünstiger Aufrufe bei der NPD-Demonstration am 11.10. in Wetzlar ermittelt. Infos: NPD-Blog.info.
Mal sehen, was dabei herauskommt…
Wetzlar: Gewaltaufrufe, Volksverhetzung, Ausländerfeindlichkeit, Hitlergruß … alles von der Polizei geduldet
In Wetzlar wurden am vergangenen Samstag, wie schon so oft, volksverhetzende und rassistische Gewaltaufrufe von der Polizei toleriert:
- Video (WMV-Video des jugendnetz-wetzlar.de) mit zahlreichen Belegen.
So wird zB. bei 03:45 unter dem Ruf „Hasta la Vista, Antifascista“ eindeutig der Hitlergruß gezeigt.
In dem unten verlinkten Video (Videolink) sind Audio-Mitschnitte der verhetzenden Rede von Sascha Söder (NPD Hessen) mit dem Gewaltaufruf dokumentiert, Daniel Cohn-Bendit gehöre „an die Wand gestellt“.
Update:
Mal wieder wurde ein dokumentarisches, antinazistisches Video von YouTube entfernt, mal wieder ohne Benachrichtung, diesmal nach einigen Wochen. Nach wie vor ist unsere letzte Anfrage dahingehend unbeantwortet, warum volksverhetzende Nazi-Propaganda nach wie vor abrufbar ist (obwohl diese eindeutig gegen die Nutzungsbedingungen verstößt), wohingegen antifaschisitsche Aufklärung gelöscht wird.
Ursprünglicher YouTube-Video-Link: http://de.youtube.com/watch?v=fAIs7gV-Dzw
Exit: Philipp John, Ex-NPD, Ex-„Kamerad“ von Kevin Schnippkoweit steigt aus
Philipp John, mehrjähriger Weggefährte von Ex-NPD-Landeschef Wöll, eng befreundet mit Christian Müller und Kevin Schnippkoweit (der mit dem Klappspaten) steigt aus der rechten Szene aus. „Ich war überzeugter Nationalsozialist“. Darauf ist der 21-jährige heute alles andere als stolz. Bis vor ein paar Wochen war das noch ganz anders, er gehörte zum harten Kern der sogenannten „Autonomen Nationalisten“ in Mittelhessen. Doch als sein „Kamerad“ festgenommen wurde, weil er ein 13-jähriges Mädchen fast totgeschlagen hatte, merkte John, welche verheerenden Auswirkungen seine Ideologie hat. Er stieg aus der Szene aus.
Link: HR-Hessenschau-Video 12.10.2008
„Zu dumm, zu brutal, zu rassistisch“

Wetzlar: Polizei setzt NPD-Demo durch / zeitweilige Blockaden an einigen Stellen der Route / erneut massive Nazi-Gewaltaufrufe unter dem Schutz der Polizei
Etwa 320 Nazis der NPD und verschiedener Kameradschaften aus Hessen – nicht aber Autonome Nationalisten – konnten heute unter dem Schutz der Polizei durch Wetzlar ziehen. Ihre von der Naziaktivistin Nicole Becker angemeldete Demonstration stand unter dem Motto „Es geschieht auch vor Deiner Tür …„. Was damit gemeint war, machten die Nazis in polizeilich geduldeten Sprechchören deutlich: „Die Therapie, die hilft nicht lang – Kinderschänder an den Strang!„, oder auch „Todsstrafe für Kinderschänder„. In einem Fall erklang das schon gewohnte „Linkes Gezeter – neun Millimeter„. Während der Abschlußkundgebung rief der NPD-Aktivist Sascha Söder (Weilbach / NPD-Kreisverband Wiesbaden-Rheingau) ungehindert und offen zur Selbstjustiz auf: „Wenn in meiner Nachbarschaft ein Kind geschändet wird, erstatte ich definitiv keine Anzeige. Ich habe Verständnis für jeden, der dann zur Selbsthilfe schreitet!“, erklärte er in einem Redebeitrag. Kurz danach rief er dazu auf, Daniel Cohn-Bendit „an die Wand zu stellen“ – wegen dessen angeblichen in den 70ern irgendwann geäußerten Verständnis für Pädophile. Beide Äußerungen sind per Video dokumentiert, ebenso wie eine Äußerung des NPD-Rechtsanwalts Dirk Waldschmidt, der es zwar für „hart„, aber dennoch richtig hielt, zu fordern, Kinderschänder müsse man „an die Wand stellen„. Weiterlesen „Wetzlar: Polizei setzt NPD-Demo durch / zeitweilige Blockaden an einigen Stellen der Route / erneut massive Nazi-Gewaltaufrufe unter dem Schutz der Polizei“
Im Falle eines Falles …: „Zivil-militärische Zusammenarbeit“ gegen Bankenkrise
Was würde eigentlich konkret passieren, wenn morgen im Rahmen der Finanzkrise eine Panik ausbräche und massenhaft KundInnen in Frankfurt ihre „Kreditinstitute“ stürmten? Otto Köhler deckt in einem aktuellen Artikel auf: dann greift die „Zivil-Militärische Zusammenarbeit„. Hans Peter Müller, ehemaliger Chef der Commerzbank, herausragender Exponent der, in gewisser Hinsicht, geheimen Ersatzregierung namens „Celler Trialog“ dazu: „im Rahmen der militärisch-zivilen Zusammenarbeit ist einer unserer Mitarbeiter im Range eines Majors d. R. einer von drei Offizieren des Kreisverbindungskommandos Frankfurt, das bei Krisen die Unterstützung der Bundeswehr für die Stadt Frankfurt koordiniert.« Weiterlesen „Im Falle eines Falles …: „Zivil-militärische Zusammenarbeit“ gegen Bankenkrise“
Nachttanzdemo: Grüne distanzieren sich von Volker Stein
Aufgrund seiner Rolle vor, während und nach der Nachttanzdemo 2008 gehen „DIE GRÜNEN“ auf Distanz zum eigenen Magistratskollegen der ansonsten schwarz-grünen Mehrheit im Römer, Sicherheitsdezernent Volker Stein (FDP). Den folgenden Text verteilt der GRÜNE Infodienst: Weiterlesen „Nachttanzdemo: Grüne distanzieren sich von Volker Stein“
Nachttanzdemo 2008: ZeugInnenaussagen gesucht!
Zur Aufarbeitung der Polizeigewalt bei der Auflösung der Nachttanzdemo 2008 (2. Oktober) suchen die OrganisatorInnen der Demo Aussagen von ZeugInnen – Anonymität wird zugesichert. Geplant ist eine Dokumentation der Ereignisse.
[Update: am 10. Oktober, 20 Uhr, findet im Club Voltaire eine Rechtshilfeveranstaltung des Ermittlungsausschuss Frankfurt statt, bei der Gedächtnisprotokolle und ZeugInnenaussagen gesammelt werden.]
8.10.2008: Premiere des ›Hör-Seh-Buches‹ zur Startbahnbewegung – Quer durch die 80er Jahre
Interessierte und AktivistInnen der Anti-Nazi-Koordination sind zur Premiere des Hör-Seh-Buchs „Tödliche Schüsse – Zur Startbahnbewegung und Quer durch die 80er Jahre“ (nach dem Buch von Wolf Wetzel) am Mittwoch, den 8. Oktober 2008, in der Naxos-Halle/Kino im Theater ab 19 Ihr eingeladen.
Es wird u.a. an die Zerstörung des Neonazibuchladens ›Volk und Kosmos‹ in Frankfurt und die anschließende Polizeifalle in der Rohrbachstraße am 3.11.1981 erinnert, bei der mehrere Personen vorsätzlich schwer verletzt wurden.
Kontinuitäten zu jüngsten Ereignissen – wie der polizeiliche Ausnahmezustand am 7.7.2007 zum Schutz eines Neonazi-Aufmarsches und die gewaltsame Auflösung der Nachttanzdemo am 2.10.2008 in Frankfurt – sind weder zufällig, noch zusammenhangslos.
- Filmvorführung und anschließende Premierenfeier mit Extra-Buffet am Mittwoch, den 8. Oktober 2008 in der Naxos-Halle/Kino im Theater, Frankfurt, Wittelsbacher Allee 29 ab 19 Uhr
