„Die deutsche Fahne steht für Hartz IV und Rente mit 67“

Der Rödelheimer Verein „zusammen e.v.“ wird morgen um 16 Uhr vor dem Ausländeramt gegen die Abschiebung von Familie Naeem protestieren. Darüber berichtet die heute abend bereits veröffentlichte Ausgabe der „jungen Welt“ in einem Interview mit einem Aktivisten des Rödelheimer Stadtteilprojekts, in dem der Zuammenhang von aktueller Sozialpolitik, Nationalismus und Rassismus dargestellt wird. Dabei macht der Interviewte darauf aufmerksam, daß dieselben sogenannten „Islamkritiker“ die seit Monaten gegen den Bau einer Moschee im benachbarten Stadtteil Industriehof agitieren und zugleich Interventionen  gegen ihre rassistische Hetze scheinheilig als „Intoleranz“ bejammern – daß diese Figuren zugleich auch am lautesten gegen die Kritik der Rödelheimer Initiative am deutschtümelnden Nationalismus während der Fußball-EM und sonst losröhren.

Neues von Frau Dr. Schröter, der Koran-Expertin, und den „Bürgern in Wut“

Frau Dr. Hiltrud Schröter, die bekannte Koran-Expertin, lässt eine „Gegendarstellung“ zu einem Leserbrief aus dem Bereich der Anti-Nazi-Koordination im Internet verbreiten – von der „Bürgerbewegung PAX Europa„. Zu diesem Verein, seinen in vielem Forderungen der REPs  und der NPD direkt entsprechenden Programmatik (zB. Minarettverbot) und seinem extrem rechtslastigen Protagonisten Udo Ulfkotte, der noch vor kurzem eine bundesweite Partei „Bürger in Wut“ nach dem von ihm vor noch nicht langem unterstützen und mindestens rechtspopulistischen Bremer Vorbild, seinerseits einem Ableger der Partei des homophoben Rechtspopulisten, „Richter Gnadenlos“ und Koksers Ronald Schill, zu gründen beabsichtigte, vgl. hier. Langsam werden die Zusammenhänge zu den auch in Frankfurt-Hausen wildgewordenen (Klein-)Bürgern überdeutlich und rücken sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst ins rechte Licht.
So also sieht das Soziotop der „Islamkritik“ aus. Sehr seriös: selten dürfte das Wort Pax so mißbraucht worden sein…

7. August: „Panorama“ – Bericht über Nazi-Gewalt in Nordhessen, Polizeiversäumnisse und Verfassungsschutz

Über die Hintergründe der Klappspaten-Attacke des ehemals Butzbacher Nazis Kevin Schnippkoweit alias „ExvodsPhoenix“ sowie den seltsam-widersprüchlichen behördlichen Umgang mit ihm und seinem Umfeld rund um seine Tat berichtet am kommenden Donnerstag, 7. August um 21.45 Uhr in der ARD das Politik-Magazin des NDR, Panorama.

UPDATE 06.08.2008:
Seit heute ist auf der Internetseite von Panorama der entsprechende TV-Beitrag angekündigt:
Panorama: Jeden Tag Nazigewalt – alle schauen weg
„Mitte Juli im hessischen Schwalm-Eder Kreis, wieder ein brutaler Angriff eines Nazis. Kevin S. überfällt ein schlafendes 13-Jähriges Mädchen, schlägt sie fast tot. Es war eine der grausamsten rechten Straftaten der letzten Jahre, doch kaum jemand hat davon Notiz genommen.“
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Mario Matthes (NPD): Prügelnazi mit behördlicher Toleranz-Lizenz

Das ist die Reaktion der Mainzer Universität auf den jüngsten Gewaltexzess aus dem unmitelbaren Umfeld des ehemaligen hessischen NPD-Vorsitzenden Wöll: nachdem dessen Freund und Schüler Kevin Schnippkoweit nunmehr in U-Haft einen Klappspaten-Angriff auf eine dreizehnjährige Schülerin gestanden hat, erklärten zunächst Polizei und Verfassungsschutz, sie kennten ihn gar nicht. Allerdings stellt sich inzwischen heraus, daß es doch so allerhand Gründe gegeben hätte, ihn besser zu kennen. AntifaschistInnen in der Region können das seit über einem Jahr bestätigen. Nun kann sich Mario Matthes, Chef der „Nationalen Sozialisten Bingen-Mainz“, enger Freund Wölls, derzeit Stellvertretender NPD-Landesvorsitzender Hessens, einer fast schon James-Bond-reifen offizellen Lizenz zur Gewalttätigkeit erfreuen: daß er mitten auf dem Campus der Mainzer Uni einen Antifaschisten wegen dessen Gesinnung angriff und verletzte, ist nach Ansicht der Mainzer Uni-Verwaltung kein Grund zur Exmatrikulation: Bericht in Spiegel-Online. Immerhin tröstlich: die Mainzer Polizei gibt zu Protokoll, Matthes sei ihr „bekannt“. Aber Mainz liegt ja auch nicht in Hessen – im Reiche von Bouffier und Eisvogel!

Kevin Schnippkoweit und die Vorgeschichte eines vermeidbaren Verbrechens

„Plötzliche sagt er Scheißzecke“ – unter diesem Titel veröffentlicht stern.de eine Zusammenfassung vieler Fakten über den Werdegang von Nazi-Aktivist Kevin Schnippkoweit (weitere Infos zu Schnippkoweits Vorgeschichte: „Nehmt die Waffen in die Hand!„). Sein Verbrechen, eine Attacke mit dem Klappspaten auf ein dreizehnjähriges, schlafendes Mädchen in einem antifaschistischen Zeltlager in Nordhessen – dieses Verbrechen kam nicht unerwartet. Auch die Behörden, deren aktuelles Vorgehen unter anderem durchaus tragikomische Züge trägt (Beschlagnahme und Zurschaustellung von Eugen Kogons „Der SS-Staat“ als Ergebnis einer Razzia bei Nazis …) , hätten vermutlich seit über einem Jahr, also längst schon, einen wesentlichen und ernsthaften Beitrag zur Verhinderung der jüngsten Tat Schnippkoweits erbringen können – hätten sie Schnippkoweit nicht wieder und wieder gewähren lassen.

Nach der Mordattacke des hessischen Naziaktivisten Kevin Schnippkoweit – Verfassungsschutz und Polizei verwickeln sich in erhebliche Widersprüche über die Naziszene in Nordhessen

Noch im Juni war die Welt in Ordnung: zufrieden stellten Innenminister Volker Bouffier und Prof. Dr. Benno Hafeneger, Rechtsextremismus-Experte der Uni Marburg, unisono fest: man ist einen Schritt weiter im Kampf gegen Nazis, ja sogar so viel weiter, daß „Rechtsextreme jetzt um Hessen einen Bogen machen“ (Frankfurter Rundschau, 25.6.2008). Zu dieser Zufriedenheit ist nach der Mordattacke des Ex-Butzbacher Jungnazi-Aktivisten Kevin Schnippkoweit kein Anlaß, und es gab ihn in Wahrheit auch nie. Schnippkoweit sitzt zur Zeit in U-Haft, er hat die Tat gestanden. Er war und ist kein Einzeltäter, sondern steht für eine ganze Struktur – sowohl der Nazis, aber auch des Umgangs der Strafverfolgungsbehörden mit ihnen. Denn die öffentlich greifbaren Äußerungen aus der Polizeidirektion Schwalm-Eder und anderer Stellen zur Tat und ihrem Hintergrund sind so widersprüchlich, daß sie erhebliche Fragen aufwerfen: Weiterlesen „Nach der Mordattacke des hessischen Naziaktivisten Kevin Schnippkoweit – Verfassungsschutz und Polizei verwickeln sich in erhebliche Widersprüche über die Naziszene in Nordhessen“

Hausdurchsuchungen bei Nazis in Nordhessen: hat Schnippkoweit ausgepackt? / Verfassungsschutz kannte ihn angeblich bis gestern überhaupt nicht – dafür verwegene Thesen zur Rolle von Marcel Wöll als „Integrationsfigur“

hr hesseschau 2008-07-24 neonazi-ueberfall versuchter mord

NPD-Blog.Info berichtet ebenso wie die HR-Hessenschau (24.07.2008) von Hausdurchsuchungen bei Nazis im Schwalm-Eder-Bereich. Unklar ist, ob sie im Zusammenhang mit der Festnahme Schnippkoweits stehen, oder, wie die Polizei erklärt, schon vorher geplant worden seien. Merkwürdig wäre in diesem Fall, daß es nach der Attacke von Schnippkoweit noch bis gestern seitens der Polizei hieß, in der Region gebe es gar keine Nazi-Strukturen. Hat die Polizei also Hausdurchsuchungen bei Leuten geplant, von denen sie eigentlich gar nichts wußte? Oder hat vielleicht in Wahrheit Kevin Schnippkoweit ausgepackt? Dazu hieß es vor kurzem in einem Posting bei Indymedia: Weiterlesen „Hausdurchsuchungen bei Nazis in Nordhessen: hat Schnippkoweit ausgepackt? / Verfassungsschutz kannte ihn angeblich bis gestern überhaupt nicht – dafür verwegene Thesen zur Rolle von Marcel Wöll als „Integrationsfigur““

Templin: zwei Neonazis erschlagen einen 55-jährigen Obdachlosen

Im brandenburgischen Templin haben zwei stadtbekannte Neonazis einen 55-jährigen obdachlosen Tischler erschlagen. Beide sind mittlerweile in Haft, einer der beiden soll die Tat bereits gestanden haben. Die beiden Nazis, 18 und 21 Jahre alt, waren auf Bewährung auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem sie zuvor bereits wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Totschlags verurteilt worden waren. Die sogenannten Tathintergründe werden von der Polizei als noch offen bezeichnet. (NPD-Blog.Info, AFP). Weiterlesen „Templin: zwei Neonazis erschlagen einen 55-jährigen Obdachlosen“

Polizei behauptet weiterhin: Schnippkoweit war uns als Nazi kein Begriff, rechte Vernetzung im Schwalm-Eder-Kreis gibt es nicht…

nazis vs globalisierung kevin schnippkoweit

Der in U-Haft einsitzende Kevin Schnippkoweit war der Polizei des Schwalm-Eder-Kreises angeblich als Neonazi unbekannt. Das behauptet nach einem Bericht in „junge Welt“ der Polizeisprecher der Direktion Schwalm-Eder, Markus Brettschneider.  Auch behauptet er weiterhin, es gebe keine „Vernetzung rechtsextremer Kräfte“ in Nordhessen. Dabei hätte ein Blick auf die Seite „antimanifest.de“ genügt, um die Vielzahl neofaschistischer Aktionen in der Region genau aufgelistet zu finden. Ihren konzentrierten Ausdruck findet diese objektiv den Nazis nutzende Ideologie und Praxis im aktuellen Verfassungsschutz-Bericht des Landes Nordrhein-Westfalen, dessen politische Linie allerdings das genaue  Gegenteil von dem ist, was der FR-Kommentator zu Recht fordert: den Schulterschluss aller Feinde der Rechtsextremisten. Weiterlesen „Polizei behauptet weiterhin: Schnippkoweit war uns als Nazi kein Begriff, rechte Vernetzung im Schwalm-Eder-Kreis gibt es nicht…“