Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, findet um um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4 eine szenische Lesung statt. In der Lesung werden Frauen vorgestellt, die in Frankfurt gelebt haben oder geboren sind und die aus den verschiedensten Verfolgungshintergründen in das FrauenKZ Ravensbrück deportiert wurden. Weiterlesen „Frankfurt am Main – FrauenKZ Ravensbrück: Lebensspuren verfolgter Frauen“
Kategorie: Neonazis, Nazis
Antifaschistische Info-Veranstaltung zur aktuellen Situation in Italien
Im DGB-Haus Hanau findet eine Infoveranstaltung zur aktuellen Situation in Italien statt (Ankündigung der Veranstaltungsserie, Hintergrundinfos). Es sprechen italienische AntifaschistInnen. In Frankfurt hatte unter anderem die Anti-Nazi-Koordination bereits im Frühsommer vor dem italienischen Generalkonsulat gegen das Ansteigen rassistischer, besonders antiziganistischer und neofaschistischer Gewalt und regierungsamtlicher Politik protestiert.
Ort und Zeit:
Montag, 24. November, 20:00 Uhr im DGB-Jugendheim in Hanau, Am Freiheitsplatz 6 ( über Hintereingang des Gewerkschaftsgebäudes).
Versuchte Anschläge auf AntifaschistInnen
Die Frankfurter Rundschau vom 14. November berichtet von zwei Anschlagsversuchen auf Mitglieder der Antifaschistischen Bildungs-Initiative, einem Antifa-Bündnis in Mittelhessen. Beide Male waren die Autos Anschlagsziel: gelöste Radmuttern und eine in einem Vorderreifen steckende Schere waren die Tatmittel. Die Polizei ermittelt.
CDU-Funktionär bezeichnet Dietrich Bonhoeffer als „ganz gewöhnlichen Landesverräter“
Der Chef des Wasserkraftverbands Baden-Württemberg, Manfred Lüttke (CDU), hat, wie erst jetzt bekannt wird, bereits im Juni diesen Jahres in einem der Agentur dpa vorliegenden Schreiben den namhaften evangelischen Theologen der Bekennenden Kirche und Antifaschisten Dietrich Bonhoeffer, 1945 kurz vor der Befreiung vom Nazifaschismus im KZ Flossenbürg hingerichtet, als „ganz normalen Landesverräter“ und „deutschfeindlich“ bezeichnet (Quelle). Weiterlesen „CDU-Funktionär bezeichnet Dietrich Bonhoeffer als „ganz gewöhnlichen Landesverräter““
9. November: Schändung des jüdischen Friedhofs in Wetter (Kreis Marburg-Biedenkopf)
Der Jüdische Friedhof in Wetter ist von zwei Männern im Alter von 16 und 19 Jahren geschändet worden – in der Nacht vom 8. auf den 9. November. Der ältere von beiden ist ein schon seit längerem bekannter Nazi, in dessen Wohnung die Polizei insgesamt 12 Waffen sowie Nazi-Propagandmaterial fand. Die geständigen Täter behaupten, sie seien bei der Tat betrunken gewesen und wollen sich auf diese Weise anscheinend als vermindert zurechnungsfähig darstellen: Weiterlesen „9. November: Schändung des jüdischen Friedhofs in Wetter (Kreis Marburg-Biedenkopf)“
Fulda: NPD demonstriert zum 9. November
Etwa 150 NPD-DemonstrantInnen aus Hessen und Thüringen zogen heute, am Vorabend des 70. Jahrestags der antisemitischen Pogrome des Jahres 1938, mit ausdrücklicher Erlaubnis des Verwaltungsgerichtshofs Kassel auch mit Sonnenbrillen und in eigens genehmigter zeitlicher Nähe zu einer Gedenkveranstaltung in der Synagoge, durch Fulda, eng „begleitet“ von Polizei und zahlreichen GegendemonstrantInnen eines antifaschistischen Bündnis, zu dem Gewerkschaften, die Jüdische Gemeinde, die Kirchen, politische Jugendverbände und andere aufgerufen hatten.
Es gab keine Blockaden, aber zahlreiche Protestbekundungen über die gesamte Dauer der NPD-Demonstration. An ihr nahmen als prominentestes Mitglied Thorsten Heise, daneben die üblichen Nazi-Provinzgrößen teil: Matthes, Krebs, Lachmann, Peppel, Jagsch. Auffälligerweise fehlte Sascha Söder, der vor kurzem, von der Polizei vor Ort unbehindert, öffentlich dazu aufgerufen hatte, Daniel-Cohn Bendit „an die Wand zu stellen“ (inzwischen laufen Ermittlungen gegen ihn). In einer Abschlußrede sagte der stellvertredende NPD-Landesvorsitzende Mario Matthes seinen Kameraden schwierige Zeiten in Hessen voraus. Hoffen wir, daß er ausnahmesweise Recht behält – und tun wir was dafür!
Weitere Infos: NPD-Blog.info.
Innenansichten aus der Neonaziszene: ein Autonomer Nationalist steigt aus
Holger H. ist nach Philipp John ein weiterer prominenter Aussteiger aus der Nazi-Szene der „Autonomen Nationalisten“ (AN). „Netz gegen Nazis“ veröffentlicht aktuell ein Interview mit ihm, dessen Wortlaut wir hier wiedergeben. Weiterlesen „Innenansichten aus der Neonaziszene: ein Autonomer Nationalist steigt aus“
Nazis in Fulda – Gegenaktionen
Am kommenden Samstag wird es in Fulda zu einer Demonstration der neofaschistischen NPD kommen. Mehrere Anläufe, die Demonstration wegen der unmittelbaren zeitlichen Nähe zum Gedenken an die Pogromnacht (9. November 1938) seitens der Stadt Fulda verbieten zu lassen, scheiterten – wie schon öfter in ähnlichen Fällen – am Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Die NPD, erfreut über ihren weiteren juristischen Sieg (O-Ton Jörg Krebs: dies sei ein „Waterloo für all jene die glauben, uns volkstreuen Deutschen diese Grundrechte nicht zubilligen zu müssen„) hat ihre Demonstration unter das schöne Motto gestellt: „Endlich auferstehen aus den Ruinen, Deutschlands Zukunft liegt in unserer Hand“ und knüpft damit in der Stadt Martin Hohmanns nahtlos an die alljährlichen staatlichen „Wiedervereinigungs“-Feierlichkeiten an. Zuletzt hatte die NPD am 19. August 2006 (vergeblich) versucht, in Fulda zu demonstrieren. Peter Gingold hielt an diesem Tag seine letzte öffentliche Rede (Wortlaut als mp3), in der er begründete, warum es auf jeden Fall, immer und überall richtig ist, sich Nazis in den Weg zu stellen. Heute wehren sich auch in seinem Sinn DGB und Einzelgewerkschaften, die Jüdische Gemeinde, Kirchen, Parteien und Verbände gegen den Naziaufmarsch: Gegenaktionen sind in Planung und können hier jeweils aktuell nachgelesen werden. Bericht in der Frankfurter Rundschau über den Stand der Planung für den kommenden Samstag:
Weiterlesen „Nazis in Fulda – Gegenaktionen“
Bouffiers letzter Streich? Nur uniformierte Nazis mit Kasse und Satzung sind „vernetzt“ …
Volker Bouffier mußte sich gestern in nichtöffentlicher Sitzung des Innenausschusses im Landtag zum vielleicht vorläufig letzten Mal als Innenminister kritischen Fragen stellen. Dabei ging es vor allem auch um das Problem: was wußten Polizei und Verfassungsschutz vor der Klappspaten-Attacke Kevin Schnippkoweits über ihn und die „Freien Kräfte Schwalm-Eder“? Warum ließen sie sie so weitgehend unbehelligt? Nach Bericht der FR-Regionalausgabe Nordwest (online nicht verfügbar, Text des Artikels folgt unten) glänzte Bouffier auf die Frage, wieso es nach Auffassung des sogenannten VS angeblich in Nordhessen keine organisierte Naziszene gegeben habe mit der geistreichen Antwort: um als „vernetzte Struktur“ bewertet zu werden, hätten sie uniformiert sowie mit Kasse und Satzung auftreten müssen. Aha! So sieht „Verfassungsschutz“ in Hessen seit Jahren aus. Wir weisen den Herrn Innenminister darauf hin: nach seinen Kriterien gibt es in Hessen in der Tat gar keine Nazistrukturen!
Im Übrigen ist es aber als Erfolg öffentlichen Drucks zu werten, daß gegen Schnippkoweit nun doch wegen Totschlags angeklagt werden soll. FR-Artikel, 29.10.:
Staatsanwaltschaft Gießen: Unbedenklichkeitserklärung für antisemitische Hassvideos
Unter dem Titel „Ich hätte doch auch tot sein können. Opfer von Neonazi-Überfall in Nordhessen fordern schärfere Anklage“ berichtet die heutige FR über haarsträubenden Vorgänge in der hessischen Justiz. Weiterlesen „Staatsanwaltschaft Gießen: Unbedenklichkeitserklärung für antisemitische Hassvideos“
