Ein weiteres Blog (chris-b online) berichtet davon, wie es vom Sammelpunkt Kurfürstenplatz zur Emser Brücke und von dort auf die S-Bahn-Gleise ging. Der bis dahin sehr kooperative Polizeieinsatzleiter, der die Blockade zugelassen hat, wurde anschließend aus dem Verkehr gezogen und durch einen allseits bekannten Kollegen aus der Landeshauptstadt ersetzt…
Kategorie: 7. Juli Frankfurt Nazifrei!
Verdächtiger Nr. 424 berichtet aus dem Kessel…

Aus seiner Sicht berichtet sehr informativ, locker geschrieben und nett bebildert das Blog frablog.de, wie es am vergangenen Samstag auf dem Rödelheimer Bahnhof bei der Gleisblockade zuging.
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20 Millionen Euro: Irre Kosten für Nazi-Auftritt unter Ausschluß der Öffentlichkeit – absurdes Sicherheitskonzept der Polizei
Frankfurter AntifaschistInnen rechneten bisher mit etwa 4,5 Millionen Euro Kosten für den Polizeieinsatz am 7. Juli. Das war ein schwerer Fehler und viel zu tief gegriffen. Die FAZ plaudert es aus: „Fachleute rechnen mit Kosten von mehr als 20 Millionen Euro für den Polizeieinsatz und die juristischen Nachspiele. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juli)
Das bedeutet: Die Allgemeinheit hat für eine Demonstration von 500 Nazis durch Frankfurt eine Summe zu tragen, die pro Nazi etwa 40.000 € ausmacht. Und wofür? Weiterlesen „20 Millionen Euro: Irre Kosten für Nazi-Auftritt unter Ausschluß der Öffentlichkeit – absurdes Sicherheitskonzept der Polizei“
Kamerad Wöll am 7. Juli mit eingeweichtem Zwieback besudelt
Eier, Tomaten und auch anderes flogen teilweise recht tief am 7. Juli und fanden bisweilen auch ihr Ziel in der Nazi-Demo. Am schmählichsten aber erwischte es den guten Kameraden Wöll mitten während seiner Rede, als er zweifellos in schneidigem Ton die ferneren Perspektiven der sogenannten „nationalen Revolution“ vor Leuten erörterte, die das sowie schon alles zum 18. Mal hören mußten: eine Dame im mittleren Alter trat vor, öffnete ihre Handtasche und bewarf Führer Wöll treffsicher mit einer Handvoll eingeweichtem Zwieback (der vermutlich wegen Konsistenz und Farbwirkung etwas anderes vertreten sollte, das besagter Antifaschistin in ihrer Handtasche zu transportieren selbst wegen Wöll in der Tat nicht zuzumuten gewesen wäre…).
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„Man konnte den Eindruck gewinnen, dass dieses Unternehmen als Übung für künftige Fälle von z. B. militanten sozialen Konflikten dienen könnte…“ – Polizei und Sicherheitsapparat proben den Aufstand
Der altgediente und -erfahrene Frankfurter Linke Heiner Halberstadt (DIE LINKE) berichtet aus seiner Sicht über den 7. Juli in Frankfurt. Bei dieser Gelegenheit weist er auf eine weitere mögliche Funktion des völlig überdimensionierten martialischen Polizeiaufgebots zum Schutz der dürftigen Nazidemonstration hin: Übung für den wirklichen Ernstfall. Dazu paßt auch die mehrfach belegte Beobachtung, daß – möglicherweise im Rahmen des sogenannnten Heimatschutzes – offenbar auch Bundeswehrangehörige am Einsatz teilnahmen: zumindest vom Flachdach der Kaserne am Industriehof wurde von Uniformierten, die augenscheinlich nicht der Polizei angehörten, gefilmt und fotografiert. Das war sicher wieder „Amtshilfe“ wie der berühmte Tornado-Aufklärer über Heiligendamm, oder?
Aus dem Bericht von Heiner Halberstadt: Weiterlesen „„Man konnte den Eindruck gewinnen, dass dieses Unternehmen als Übung für künftige Fälle von z. B. militanten sozialen Konflikten dienen könnte…“ – Polizei und Sicherheitsapparat proben den Aufstand“
10.000 € Steuermittel für jeden Nazi-Demonstranten am 7. Juli 2007
Die Toleranzpolitik von Land und Stadt gegenüber der von Holocaustleugener Marcel Wöll angemeldeten Demonstration kommt die Allgemeinheit teuer zu stehen. Eine überschlägige Berechnung ergibt: für jeden Nazi-Demonstranten, der gestern von der Polizei geschützt vermummt auftreten und rufen durfte, „BRD, Judenstaat, wir haben Dich zum Kotzen satt„, mußten die SteuerzahlerInnen ca. 10.000 € aufbringen, um die Kosten zur staatlichen Absicherung der Nazis in ihrem Demokäfig zu bezahlen.
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Aktuell: Rechtsberatung für Betroffene
Am kommenden Mittwoch, 11. Juli, 18.00 Uhr findet im Club Voltaire eine Rechtsberatung für betroffenen DemonstrantInnen des 7. Juli durch den Ermittlungsausschuß statt. Es werden RechtsanwältInnen anwesend sein.
Masse und Entschiedenheit: Erste Auswertung zur Nazi-Demonstration am 7. Juli in Frankfurt / Einladung zur Pressekonferenz
Eine erste kurze Bilanz der heutigen Ereignisse rund um die Nazi-Demonstration in Frankfurt ergibt:
- es gelang Dank des tatkräftigen Schutzes von 8000 PolizeibeamtInnen aus der ganzen Republik, für die NPD und ihren Anhang deren Demonstration „Volksgemeinschaft statt Globalisierung“ gegen den Widerstand von mehreren Tausend GegendemonstrantInnen durchzusetzen.
- Damit ist zunächst das politische Konzept des hessischen Innenministers Volker Bouffier und des schwarz-grünen Magistrats der Stadt aufgegangen, sich das Heft des Handelns in der Frage, ob eine Nazi-Demonstration in Frankfurt stattfinden kann oder nicht, jedenfalls nicht ganz aus der Hand nehmen zu lassen. Die Exekutive hat ein weiteres Mal bewiesen, daß ihr wirksamer gesellschaftlich organisierter und nicht bloß symbolischer Antifaschismus ein Dorn im Auge ist. Das ist Demokratie à la Hessen und Frankfurt 2007. Die materiellen und vor allem die politischen Kosten dieser Politik sind hoch bzw. noch nicht einzuschätzen.
„Nicht die Nazis haben das Stadtbild Frankfurts heute beherrscht, sondern ihre Gegner…“ (HR)
Eine erste Presseschau am Abend des 7. Juli:
HR-Hessenschau vom 7. Juli:
„Ein Frankfurter Stadtteil im Ausnahmezustand… ‚Nicht die Nazis haben das Stadtbild Frankfurts heute beherrscht, sondern ihre Gegner… Gegen Mittag dringt eine Gruppe von dreihundert Protestierern auf S-Bahn-Gleise vor, sie sind unvermummt, suchen nicht die Konfrontation mit der Polizei.‘ […]
‚Blockierungen von Schienenverkehr, … Brände im Bereich der S-Bahnen, … das ist natürlich juristisch nicht in Ordnung, aber sie sind passiert, um zu verhindern, daß NPD-Demonstrationsteilnehmer hier nach Frankfurt kommen.‘
[Manfred Feist vom Polizeipräsidium Frankfurt]
„Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Frankfurt am Main gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit demonstriert. […] Anlass der Kundgebung war eine Demonstration der rechtsextremistischen NPD, die mit rund 500 Teilnehmern am Nachmittag mit mehr als zweistündiger Verspätung startete. […] Mit S-Bahn-Blockaden hatten linke Gegendemonstranten die Anreise der NPD-Anhänger zunächst verzögert, rund 130 Linke wurden laut Polizei unter anderem bei Räumungen der Blockaden vorübergehend festgenommen. Zunächst war von 200 Festgenommenen die Rede gewesen. Am eigentlichen Startort der Demonstration war zum geplanten Startzeitpunkt (13.00 Uhr) kein Anhänger der rechtsextremistischen Partei angekommen, wie ein Polizeisprecher berichtete. Allein am S-Bahnhof Rödelheim hätten 200 Demonstranten vorübergehend die Bahnlinie blockiert, … Gewalttätige Auseinandersetzungen mit Angehörigen der Autonomen- und Antifa-Szene waren nach entsprechenden Aufrufen im Internet nicht ausgeschlossen worden, blieben aber zunächst aus.“
(FR-online.de)
„Mit Gleis-Blockaden haben linke Demonstranten die NPD-Kundgebung in Frankfurt erheblich behindert. Nur die Hälfte der angekündigten 1.500 Rechtsradikalen erreichte ihr Ziel. Bei einer Gegenkundgebung auf dem Römer verlangten mehrere Redner ein NPD-Verbot. Wegen der Blockaden konnte die NPD-Kundgebung im Frankfurter Stadtteil Hausen erst mit mehr als zwei Stunden Verspätung beginnen. […]
„Wir haben uns den Nazis in den Weg gestellt. Das Betreten der Gleise ist zwar vielleicht illegal, aber legitim“, sagte ein Sprecher der linken Gegendemonstranten.“
(hr-online)
„Linke Gegendemonstranten haben am Samstag in Frankfurt am Main einen Aufmarsch von Neonazis erheblich behindert. Nach Angaben von Augenzeugen kamen die Anhänger der rechten Szene nur mit Mühe zu ihrem Demonstrationsort in einem abseits von der Innenstadt gelegenen Industriegebiet. Grund waren zahlreiche Gleisblockaden von S-Bahn-Strecken durch Nazigegner.“
(FAZ.NET „Heftige Proteste gegen NPD-Aufmarsch in Frankfurt„)
7.07. laufend aktuelle Infos über die Anti-Nazi-Proteste unter www.nogonazi.de.vu
aktuelle und jeweils neueste Infos am 7. Juli laufend unter:
www.nogonazi.de.vu
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zum Nazi-Aufmarsch am 7. Juli und den Protesten der Anti-Nazi-Koordination und der Antifa

